(c) B. Schwarz
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10 Jahre Neubau der Meinerdinger Orgel

Nachricht Meinerdingen, 26. November 2019

Liebe Gemeinde,

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in diesem Jahr feiert unsere Orgel ihren 10. Geburtstag. Am 1. Advent, also am 1. Dezember, begehen wir dieses Jubiläum mit einem festlichen Gottesdienst und einer besonderen musikalischen Ausgestaltung. Die Einweihung war das glückliche und segensreiche Ende langjähriger Planungen.

Angefangen hat alles mit der Visitation unserer Gemeinde im Sommer 2004. Der damalige Orgelrevisor Thomas Grunwald-Deyda stellte akuten Handlungsbedarf fest. Eine gründliche Reinigung und Intonation sowie Reparatur der gröbsten Fehler sollte rund 20.000 Euro kosten. Am 1. Advent 2004 begannen wir, Spenden dafür zu sammeln. Mit dem Motto „Unsere Orgel ist krank und braucht Hilfe“ und dank zahlreichen wundervollen Aktionen ist der Betrag von 20.000 Euro schon nach einem Jahr zusammen gekommen. Von Weinverkauf im Kirch-Café, über Drehorgelmusiken, Geburtstagsfeiern mit Geldgeschenken für die Orgel war die Identifikation mit der Baumaßnahme und die Spendenbereitschaft der Gemeinde sehr hoch.

Und das obwohl erst gerade in den Jahren zuvor die Stiftungsgründung „Lebendiges Meinerdingen“ die Spendenbereitschaft stark strapaziert hatte. Doch nachdem also das Geld für die Maßnahme vorhanden war, musste die Orgel erst den Einbau der neuen Bankheizung und die Dachreparatur abwarten. Darüber gingen die Jahre 2006 und 2007 ins Land. Als wir dann endlich die Orgelreparatur im Winter 2007 auf 2008 konkret planen und angehen wollten, riet uns der amtierende Orgelrevisor Herr Vossmeier aus Rotenburg eindringlich davon ab, soviel Geld für Flickwerk auszugeben. Das vorhandene Orgelmaterial würde es nicht rechtfertigen und schon nach wenigen Jahren würden weitere gravierende Probleme mit der Bespielbarkeit auftreten.

Die gleichen Argumente hatten wir von dessen Vorgänger und von den Orgelbauern bei Abgabe der Reparaturangebote ebenfalls schon 2004 gehört. Damals jedoch als völlig undurchführbar abgetan. Woher sollten wir als kleine Gemeinde geschätzte 85.000 Euro für eine große und dauerhafte Lösung der Orgelprobleme herbekommen. Auf jeden Fall sollte 2008 der Beginn der Arbeiten sein, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren und weil das Geld für die „kleine“ Maßnahme schon längst vorhanden war. Der Kirchenvorstand und Pastor Delventhal haben mich dann im Januar 2008 ermutigt, es doch zu versuchen, den Betrag einzusammeln. Konkrete Angebote von zwei Orgelbauern zeigten einen Gesamtbedarf von fast 100.000 Euro auf. Neben den Anteilen der Landeskirche, dem bereits gesammelten Geld aus dem Jahr 2004 und einem Förderbetrag aus der Meinerdinger Stiftung fehlten immer noch 30.000 Euro. Sollte es daran scheitern?

Als Anteil an der Gesamtsumme erschien der Betrag gar nicht so groß. So wollten wir also auf jeden Fall den Versuch unternehmen. Nach einem Informationsabend für Interessierte und nach zahlreichen Besuchen bei Familien und Institutionen der Region hatte ich innerhalb von drei Monaten für den größten Anteil Spendenzusagen erhalten, so dass wir tatsächlich den Auftrag vergeben konnten. Der Orgelbauvertrag konnte im Juli 2008 unterzeichnet werden. Am Silvesterabend 2008 haben wir feierlich von der alten Orgel Abschied genommen. Im Januar 2009 wurde Sie abgebaut und erstand dann im Verlauf des Jahres in der Werkstatt Feopentow neu. Die meisten der Orgelpfeifen sind historisch erhalten und stammen aus der Zeit um 1888. Sie wurden gereinigt, aufgearbeitet und neu intoniert. Die Bauzeit betrug 11 Monate. Die Wiederherstellung des romantischen Klangbildes des späten 19. Jahrhunderts, die Verlegung des Spieltisches auf die rechte Seite und vielfältigere Möglichkeiten des Orgelspiels auch mit anderen Instrumenten rechtfertigten die vielen Mühen und die lange Zeit der Arbeiten.

Wir hören und sehen uns, herzliche
Grüße Ihr Henning Hebenbrock.