„Man hat uns im September 1995 von Oldenburg aus auf eine Freizeit nach Rotenburg geschickt. Unsere Kinder waren klein. Wir haben vor der Heimreise einen Abstecher nach Walsrode gemacht, das lag ja gefühlt auf dem Weg. Dort war eine Pastoren-Stelle ausgeschrieben“, bezeichnen Thomas und Sigrid das erste Kennenlernen als Liebe auf den ersten Blick. Walsrode gefiel ihnen nicht, Meinerdingen um so mehr. „Die Nachmittagssonne schien warm auf die schöne Kirche. Sie hat es uns so angetan.“ Es war eine erste Fügung. Nach Rückkehr bewarb er sich, wenige Wochen später hatte er die Stelle bekommen. Am 27. November 1995 ist die Familie mit Kind und Kegel nach Meinerdingen gezogen. Am ersten Advent wurde Thomas Delventhal im Amt eingeführt. Die Delventhal’s haben sich vom ersten Tag an pudelwohl gefühlt.
Das erste Sommerfest im Jahre 1997 – es gehörte eindeutig zu den schönsten Momenten. „Es war ein so besonderes Fest, weil alle gekommen sind“, freute sich Thomas damals und seit jeher über die vielen Menschen, die den Einladungen der Kirchengemeinde gefolgt sind. „Es waren die Menschen-Erlebnisse, die mich und uns so beseelt haben.“ Sigrid ergänzt energisch: „Du hast für deine Gemeinde gesorgt. Du hast sie begleitet von der Geburt bis zum Tod. Und manchmal hast du sogar auch die Kinder derer getauft und konfirmiert. 30 Jahre lang. Mehr als eine Generation!“ Sigrid hat währenddessen ihre eigenen Felder ausgemacht und neben den eigenen Kindern auch Krabbelgruppen betreut und weitere Gruppenleitungen generiert. In Meinerdingen begann man, Kirche neu zu denken und zu leben. Die Handschrift eines modernen Theologen mit großer Sozialkompetenz in einem Umfeld voller Mitstreiter, die sich von guten Ideen anstecken und zum Mitmachen aktivieren ließen, zeigte Wirkung.
Ein großer Moment war dann die Gründung der Stiftung. „Wir haben Klinken geputzt – aber erreicht, dass sich so viele Menschen verbunden fühlten und sich einbringen wollten. Großartig“, freuen sich Thomas und Sigrid gemeinsam darüber, dass Menschen kamen und mitmachen wollten. Der Bann gebrochen ist dann zur Fußball-WM 2006. Public Viewing. Sommermärchen. Die Kirchscheue wurde dafür erstmals hergerichtet und mit Technik ausgestattet. Sie bebte bei den Spielen der Deutschen Nationalmannschaft. Ein Traum für alle Fußballfans wurde wahr. So auch für Thomas Delventhal beim nachträglichen Schwärmen für diese Zeit. „Der Fußball ist seit meiner Kindheit mein Begleiter. Im Sommer 2006 haben wir unvergessliche Stunden verbracht. Es war phantastisch.“