Friedhof Meinerdingen Tor

Bild: Friedhof Meinerdingen

Friedhof Meinerdingen Friedpark A17

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Friedhof Meinerdingen Kapelle

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Friedhof Meinerdingen Gesamt 1

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Maßnahmen im Detail

Was hat sich getan?

Friedhof Eingang

In unser Kirchengemeinde setzten wir uns aktiv für die Umwelt- und Naturschutz ein. Seit 2015 gehören wir zu den Grüner-Hahn-Kirchengemeinden und haben mehrere Aktionen durchgeführt, um die Artenvielfalt auf unserem Friedhof zu verbessern. Dies ist uns nicht nur gelungen, sondern es hat den eigenen Charakter unseres Friedhofs verstärkt und neue Wege für die Zukunft bereitet.

Bei dem Projekt wurden zwischen 2017 und 2021 mit Fördergeldern der EU und des Landes Niedersachsen der Friedhof  umgestaltet. Dank der kompetenten Begleitung der Expertinnen für Landschaftplanung und -gestaltung sowie Projektmanagement des Haus kirchlicher Dienst aus Hannover und dem Gärtnermeister und Mitarbeiter der Kirchengemeinde wurden die Maßnahmen zum großen Erfolg.

Zum Abschluss eines ganz besonderen Projektes, möchten wir die umgesetzten Maßnahmen im Folgenden im Detail vorstellen:

Beschreibung

     

Birkenhain

Sandbirken mit einer Unterpflanzung aus Nieswurz, Waldgeißbart, Eisenhut, Salomonssiegel, Akelei, Pfeifengras, Herbstanemone, Mandelwolfsmilch, Hainsimse, Frühlingsplatterbse, Blutstorchschnabel, Waldstorchschnabel, Windröschen, Gänsekresse

Groß- und Altbäume bieten vielfältige Nahrungs- und Nistmöglichkeiten für zahlreiche Insektenarten und deren Entwicklungsstadien. Knapp über hundert Großschmetterlingsarten sind auf Birken angewiesen, zum Beispiel ernähren sich Raupen vom Trauermantel und Birkenspinner überwiegend von Birkenblättern. Verschiedene Vogelarten, wie z.B. Dompfaff und Buchfink ernähren sich von den vielen Birkenkätzchen, die im April und Mai aufblühen. Die Staudenpflanzung ist mit Blumenzwiebeln ergänzt worden, um eine Blütezeit von Februar bis Oktober zu sichern.

Heidegarten (2)

Bepflanzung mit einer Eberesche und Besenheide (ca 50%), Lein, Fette Henne, Pfeifengras, Echter Gamander, Thymian, Karthäuser-Nelke, Sand-Nelke, Winterheide, Glockenblume, Heide-Nelke, Blutstorchschnabel, Teppich-Fettblatt

 

Es wurde zum größten Teil Besenheide gepflanzt, aber um ein möglichst lang andauerndes Nahrungsangebot für Insekten zu sichern, wurde auch Winterheide ausgesucht, die ihre Rispen voller Glocken in Februar bis April anbietet. Mit dieser Auswahl an Pflanzen werden viele Arten gefördert, zum Beispiel: Ockerbindiger Samtfalter, Dukatenfalter, Dunkler Feuerfalter, Silberfleck-Bläuling, Heidekraut-Bunteule, Hellgraue Heideblumeneule, Heideschrecke, Rotleibiger Grashüpfer, Kleiner Heidegrashüpfer und Sandlaufkäfer. Die Fugen der Trockensteinmauern können Rückzugsort von Spinnen, Wildbienen, Wespen, Ameisen und Wald- und Zauneidechsen sein.

Efeuzaun

Dieser und ein weiterer Zaun wurden mit Efeu und teils mit Echtem Geißblatt bepflanzt.

 

Efeu ist eine Pflanze, die vielfältige ökologische Aufgaben erfüllt und zudem mit ihren immergrünen Blättern sehr dekorativ ist. Pflegeleicht, schnell wachsend, sogar im Schatten, stellt er eine gute Lösung für enge Bereiche dar, wo es zu wenig Platz für eine Hecke gibt – wie hier am Zaun. Seine Blüten, die erst im September und Oktober aufblühen, sind ein willkom-menes Nahrungsmittel für Bienen und Wespen. Der Zaunkönig, der Sommer-goldhähnchen und der Zilpzalp finden zwischen den Ästen und Blätter geschützte Nistplätze. Amseln, Drosseln, Stare und Spechte genießen die reife Winterfrüchte, wenn es weniger verfügbare Nahrungsquellen für sie gibt.

Buchenhecke-Blumenstreifen

Bepflanzung mit Hainbuchen. Wildblumensaum aus Regio-Saatgut: Gewöhnliche Schafgarbe, Wilde Malve, Rundblättrige Glockenblume, Gewöhnlicher Natternkopf, Echtes Barbarakraut, Kornblume, Wiesen-Flockenblume, Weißes Labkraut

In diesem Bereich ist nur Platz für eine geschnittene Hecke. Mit der Hainbuchenhecke entlang des Weges, die vielen Tierarten als Versteck dienen, werden Strukturen auf dem Friedhof geschaffen. Zusammen mit einem Wildblumensaum wird diese wegbegleitende Hecke ein geschütztes Jagdrevier für Insektenfresser, wie für verschiedene Spinnenarten, die ihre Netze im Geäst bauen. Der Schmetterlings- und Wildbienensaum enthält  Wildblumenarten des Nordwestdeutschen Tieflandes. Aufgrund der nur einjährigen Mahd sind in einem Saum andere Pflanzenarten enthalten als auf einer Wiese. Die lange Blütezeit und das Überwintern vieler Larven in hohlen Stängeln sichert das Überleben vieler Insektenarten.

Weissdornallee

Bepflanzung mit Weißdorn, Eiben und Stauden: Storchschnabel, Gamander, Elfenblume, Gänsekresse, Fette Henne, frühblühende Blumenzwiebeln

 

Alte Baumalleen sind eine Besonderheit der deutschen Landschaft und ein reicher Lebensraum für viele Vögel, Säugetiere und Insektenarten. Leider verringert sich der Alleenbestand seit den 60er Jahren. Diese neue Allee auf dem Friedhof soll Schatten spenden und Struktur geben. Beim Neuntöter, Amsel, Grünfink und Mönchsgrasmücke ist der Weißdorn als Nistplatz beliebt und Amsel, Rotkehlchen und Star mögen seine Früchte. Pollen- und nektarsuchende Wild- und Honigbienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge nutzen die Blüten.

Hainbuchenallee

Bepflanzung mit Hainbuchen und Stauden: Storchschnabel, Gamander, Elfenblume, Gänsekresse, Fette Henne, frühblühende Blumenzwiebeln

 

Die Unterpflanzung besteht nur aus wenigen Arten, die mit dem anfangs sonnigen und später halbschattigen Standort zurechtkommen. Diese sind zwar nicht heimisch, aber aufgrund ihrer Blüten bei Bestäubern beliebt. Der Storchschnabel wird von Bienen und Schwebfliegen wegen seines Pollenangebots sehr besucht. Viele Insekten finden hier eine günstige Umgebung: Schmetterlinge, Heuschrecken, Spinnen, Wanzen, Blattkäfer, Rüsselkäfer, Schwebfliegen, Wildbienen, Bockkäfer und Laufkäfer. Auf die fliegenden Insekten freuen sich die Fledermäuse. Igel erfreuen sich an Laufkäfern, Schnecken, Hundert- und Tausendfüßer und Regenwürmer im Boden.

Hecke SW

Die bestehende Hecke mit Laubsträucher wurde mit immergrünen Stechpalmen und Eiben ergänzt

 

Die Beeren von Eiben und Stechpalmen werden von Vögeln geliebt, besonders Drosseln und Grünfinken, aber auch Dompfaff, Kohlmeise, Kernbeißer, Kleiber, Grünspecht und Buntspecht, freuen sich auf die kleinen roten Früchte. Auch wenn wenige Insekten auf und von Eiben und Stechpalmen leben, sind immergrüne Gehölze bedeutsam, weil hier für Vögel auch im Winter ein Versteck- und Aufenthaltsplatz geschaffen wird. Da diese Pflanzen nicht in Form geschnitten werden, bieten ihre Blüten und ihre Früchte im Frühjahr und Herbst Nahrung.

Kapellenwiese

Baumpflanzungen: Birken und Rotbuchen. Ansaat mit einer Regio-Saatgutmischung. Blumen und Gräser, unter anderem: Gewöhnliche Schafgarbe, Johanniskraut, Wiesen-Flockenblume, Weiße Lichtnelke, Gewöhnliches Leimkraut, Margeriten

 

Schmetterlinge, Wildbienen und andere Bestäuber können sich mit dem Nektar und Pollen des vielfältigen Blütenangebots ernähren. Ungestört vom Rasenmäher können sich Raupen und Larven an den Pflanzenstängeln und Blättern entwickeln. Im Boden leben Käferlarven und Würmer. Die Wiese ist Lebensraum für Laufkäfer, Heuschrecken, Spinnen, Tausendfüßler, Ameisen, Zikaden, Wanzen und Blattläuse. Auch die Feldmaus findet reichlich Gras, Kräuter und Sämereien und ein ruhiges Plätzchen für den Bau in der Erde. Kleine Säugetiere wie Igel finden dort ein herrliches Jagdrevier.

Nistplaetze

Auf dem Friedhof sind Sandsteinmauern, Stein-haufen aus regionalen Feldsteinen, Vogelhäuser, Totholzstämme und -stapel, Feldsteinpflasterplätze mit Sandfugen und Wassermulden angelegt worden.

 

Heimische Laubbäume wie Eiche, Buche, Linde oder Obstgehölz sind auch als Totholz die wertvollsten Habitate für holzbewohnende oder holznutzende Insekten. Der Boden wurde mit Sand aufgefüllt, was als Brutbereich für im Erdboden nistende Insekten genutzt wird. Die Steinzwischenräume dienen Kleinsäugern und Eidechsen als Versteck und Jagdrevier. Für Vögel wurden bereits ca. 20 Vogelhäuser für unterschiedliche Arten an große bestehende Bäume angebracht für Rotschwänzchen, Meisen, Stare sowie Wald- und Steinkauz. Eine Wassermulde als Vogeltränke wurde im Natursteinpflaster neben dem Wasserhahn angelegt. Noch ein besonderer Bereich neben der Kapelle zeigt, dass artenfördernde Maßnahmen auch ein schöner Blickfang sind.

Obstwiese

Bepflanzung mit zwei Kirschbäumen und mit mehreren Apfelhochstämmen folgender Sorten: Biesterfelder Renette, Stahls Winterprinz, Himbeerapfel, Celler Dickstiel

 

In diesem Bereich soll langfristig eine Obstwiese entstehen. Der Anfang ist gemacht: in die bereits bestehenden Lücken in diesem Grabfeld wurden sechs Obstbäume gepflanzt. Obstwiesen sind Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Im Frühjahr ernähren sie mit dem Nektar und dem Pollen ihrer Blüten viele Insektenarten und im Herbst erfreuen sich Vögel und Kleinsäuger ihrer Früchte . Mit zunehmendem Alter entwickeln sich die Bäume zu artenreichen Habitatbäumen, die besondere Nahrungs- und Nistmöglichkeiten für Bilche, Fledermäuse und Vögel bieten, wie z.B. Star, Gartenrotschwanz, Grünspecht, Kleiner Neuntöter, Steinkauz.

Hecke Ost

Bepflanzung mit Stechpalme, Eibe, Weißdorn, Frühe Traubenkirsche, Faulbaum, Purpurweide, Gemeine Heckenkirsche, Schwarzer Holunder, Hundsrose, Wolliger Schneeball

Wildstrauch-Hecken dienen Vögeln als Singwarte und während der Brutzeit bieten sie Schutz für die Nester, zum Beispiel für Wacholderdrossel, Amsel, Buchfink, Grünfink, Stieglitz, Heckenbraunelle, Singdrossel, Goldammer, Nachtigall, Zaunkönig, Fitis, Zilpzalp, Rotkehlchen, Gimpel, Eichelhäher, Grasmücken. Viele Insekten finden hier eine günstige Umgebung: Schmetterlinge, Heuschrecken, Spinnen, Wanzen, Blattkäfer, Rüsselkäfer, Schwebfliegen, Wildbienen, Bockkäfer und Laufkäfer. Auf die fliegenden Insekten freuen sich die Fledermäuse. Igel erfreuen sich an Laufkäfern, Schnecken, Hundert- und Tausendfüßer und Regenwürmer im Boden.